Dienstleistungen

Dienstleistung

Berufskraftfahrer-Qualifikation - Zertifizierung als anerkannte Ausbildungsstätte beantragen

Fahrer und Fahrerinnen im Güterkraft- oder Personenverkehr zu gewerblichen Zwecken auf öffentlichen Straßen sind zur Grundqualifikation und zur Weiterbildung verpflichtet.

Als Träger einer Ausbildungsstätte können Sie Kurse zur beschleunigten Grundqualifikation beziehungsweise Weiterbildung anbieten. Dafür muss Ihr Betrieb eine anerkannte Ausbildungsstätte sein.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Anerkennung: gesetzlich oder behördlich.

Folgende Ausbildungsstätten sind gesetzlich anerkannt und müssen daher keine weitere Anerkennung beantragen:

  • Fahrschulen mit einer Fahrschulerlaubnis der Klassen CE (Lkw) oder DE (Bus)
  • von der Industrie- und Handelskammer anerkannte Ausbildungsbetriebe für die Ausbildungsberufe "Berufskraftfahrer" beziehungsweise "Berufskraftfahrerin" oder "Fachkraft im Fahrbetrieb"
  • Träger einer Umschulung zum oder zur "Berufskraftfahrer/in" oder "Fachkraft im Fahrbetrieb" mit Anerkennung der Industrie- und Handelskammer

Wenn Ihre Ausbildungsstätte zu keiner der genannten Gruppen gehört, müssen Sie Ihren Betrieb auf Antrag anerkennen lassen. Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, erhalten Sie eine behördliche Anerkennung.

Achtung: Wenn Sie landes- oder bundesweit Schulungen anbieten wollen, ist es erforderlich, für jeden Veranstaltungsort einzeln eine Anerkennung zu beantragen. Dies gilt sowohl für behördlich als auch für gesetzlich anerkannte Ausbildungsstätten. Dafür müssen Sie sich an die jeweilige Anerkennungsbehörde des am Veranstaltungsort zuständigen Stadt- oder Landkreises wenden.

Voraussetzungen
  • Fachliche Eignung des Trägers
  • Beschäftigung einer ausreichenden Anzahl an qualifiziertem Ausbildungspersonal
    Normalerweise soll ein Ausbilder oder eine Ausbilderin nicht mehr als 25 Personen unterrichten.
  • Nachweis geeigneter Räumlichkeiten und Unterrichtsmaterialien sowohl für die praktische als auch für die theoretische Ausbildung
  • Zuverlässigkeit der verantwortlichen Person(en)
Verfahrensablauf

Um als Ausbildungsstätte anerkannt zu werden, müssen Sie einen schriftlichen Antrag bei der am Veranstaltungsort zuständigen Stelle einreichen. Der Antrag muss unter anderem die Angaben enthalten, welche Kurse Sie für welche Zielgruppe anbieten wollen.

Wenn Sie die entsprechenden Voraussetzungen nachweisen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

  • Sie können sowohl Kurse zur beschleunigten Grundqualifikation als auch zur Weiterbildung für beide Bereiche - Lkw und Bus - anbieten.
  • Sie können sich auf Schulungen für Inhaber und Inhaberinnen der Fahrerlaubnisklassen CE (Lkw) oder DE (Bus) spezialisieren.
  • Sie können nur Kurse zur beschleunigten Grundqualifikation oder nur zur Weiterbildung anbieten.

In jedem Fall müssen Sie nachweisen, dass Sie die notwendigen Inhalte im Rahmen der Schulungen vermitteln können.

Erforderliche Unterlagen
  • Schulungskonzept einschließlich des Lehrplans und der Unterlagen für das Ausbildungspersonal (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Angabe, welches Lehrmaterial eingesetzt wird und ggf. Zuordnung zu einzelnen Kursinhalten (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Qualifikationsnachweise des Ausbildungspersonals (z.B. Kopie des Fahrlehrerscheins) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Nachweis, welche Fahrzeuge für die praktische Ausbildung genutzt werden sollen (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Erklärung des Antragstellers darüber, dass eine regelmäßige Fortbildung des Lehrpersonals gewährleistet wird (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • ​​​​​​Grundanerkennung bzw. Fahrschulerlaubnis (soweit nur eine Anerkennung weiterer Räumlichkeiten beantragt wird)
  • Auflistung aller Schulungsräume bzw. Benennung des (externen) Schulungsraumes mit Angabe der Adressen, Größe (Plan mit Angabe der Quadratmeter erforderlich) und einer Kurzbeschreibung sowie Lichtbildern
  • Angaben darüber,
    • wie oft die Kurse stattfinden,
    • welche Höchstteilnehmerzahl je Unterrichtung vorgesehen ist
    • wie viel Ausbildungspersonal dafür eingesetzt werden soll
  • Bescheinigung / Bestätigung, dass die brandschutzrechtlichen Bestimmungen beachtet werden (z.B. Notausgänge, Feuerlöscher, usw.)
  • Mietvertrag oder Eigentumsnachweis hinsichtlich der Räumlichkeiten
  • ​​​​​​​Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde (für die verantwortlichen Personen) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Bescheinigung in Steuersachen (Unbedenklichkeitsbescheinigung) des zuständigen Finanzamtes (Antragsteller) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister (Antragsteller) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Auszug aus dem Fahreignungsregister (für die verantwortlichen Personen) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
  • Kopie des Führerscheins (für die verantwortlichen Personen) (bei Antrag auf erstmalige Anerkennung)
Kosten/Leistung

EUR 51,10 - 511,00

Sonstiges

- Anlage 1 der Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung beschreibt die notwendigen Inhalte der Schulungen.

- Ausbilder haben alle vier Jahre an einer mindestens dreitägigen Fortbildung teilzunehmen. Die Vierjahresfrist beginnt grundsätzlich mit Aufnahme der Ausbildungstätigkeit. Wurde die Ausbildungstätigkeit bereits vor dem 22.12.2016 aufgenommen, so ist die Fortbildung bis zum Ablauf des 21.12.2020 zu absolvieren. Die Fortbildung hat einen Gesamtumfang von mindestens 24 Unterrichtseinheiten und soll alle Gebiete erfassen, die für die berufliche Tätigkeit des Ausbilders von Bedeutung sind (§ 8 Abs. 1 Satz 1 und 2 BKrFQV).